Kam zuerst der Verdicchio auf die Welt oder waren es die Markenbewohner ?
Sicherlich ist von den zwei Theorien, die Erste die wahrscheinlichere.
Ohne zu sehr auf die verschiedenen Theorien, die die Herkunft dieses sehr edlen Weines bekunden, einzugehen, hat der Verdicchio sicherlich viel zur Entfaltung der Landschaft, der Kultur und der Wirtschaft der Marken, insbesondere der Gegend die als "Castelli di Jesi" bekannt ist, beigetragen.
Die Marken befinden sich genau im Zentrum Italiens, zwischen dem Apennin und der Adria. Es ist keine große Region (kaum mehr als Zehntausend Quadratkilometer), trotzdem weist das Panorama, das sich vor den Augen derjenigen zeigt, die sie durchstreifen, eine unglaubliche Verschiedenartigkeit der Landschaften auf. Vom Meer bis zu den Hügeln, von den Tälern die von zahlreichen Flüssen durchzogen sind bis zu den Gipfeln der höchsten Berge. Und gerade wegen dieser landschaftlichen Besonderheit unterscheiden sich die Marken beachtlich von allen anderen italienischen Regionen.
Im hügeligen und gebirgigen Hinterland und in einigen Fällen auch entlang des 160 km langen Küstenstreifens, hat die Umwelt keine nennenswerten Entstellungen erfahren und der Eingriff des Menschen hat sich häufig nur auf kleine Eingriffe beschränkt, die die Natur nicht zerstört haben. Ausgedehnte Gebiete sind geschützt worden und es wurden zwei Nationalparks geschaffen, die zu den schönsten Italiens gehören ( Park der Sibillini und Park des Lagagebirge).
Die Marken rühmen sich mehr als 200 Museen, Gemäldegalerien und Kunstsammlungen, sowie historischer Bekundungen die zu den bedeutendsten Italiens und der Welt gehören.
Die Markenbewohner haben die Verbindung mit ihrer Tradition fest bewahrt, und zwar mit unzähligen Folklore Veranstaltungen, d.h. mit historischen Erinnerungen, die während des ganzen Jahres stattfinden und zu den wahren Touristenattraktionen geworden sind.
Die "Castelli di Jesi", Heimat des Verdicchio classico d.o.c., gehören zu den schönsten Gebieten was die Landschaft und zu den wichtigsten was den Weinbau angeht.
Im Hinterland von Ancona gelegen, auf halbem Wege zwischen Adria und den Apenninen, bieten sie ein aufeinanderfolgen von Ortschaften aus dem Mittelalter und der Renaissance, die sich nur wenig verändert haben. Diese Ortschaften sind durch sanfte Hügel, die mit Verdicchio Weinreben bebaut sind, verbunden.
Hier ist die Dimension noch übersichtlich und hier in den Wegen des Verdicchio kann einer der wertvollsten Weine der Welt probiert werden. Er wird von den Betrieben, die aus "Exzellenz" eine Regel fürs Leben gemacht haben, begrenzt und mit handwerklicher Leidenschaft
hergestellt.
Der Verdicchio dei Castelli di Jesi hat schon seit der Antike eine eigene Geschichte und ein eigenes Aussehen, das er bis in die heutigen Tage bewahrt hat und er ist so zu einem der bekanntesten Weißweinen der Welt geworden.
"De solar claritade et virtù eccellentissime" sagte einmal ein guter Mönch über diesen wunderbaren Wein und es wird erzählt das Alarich, als er das Gebiet der Castelli di Jesi durchquerte auf dem Weg nach Rom über diesen Wein folgendes sagte: "seco portasse quaranta some in barili nulla a sé stimando recar sanitade et bellico vigor melio".
Es handelt sich um einen kristallklaren Wein, mit einer unverkennbaren ausgeprägten Persönlichkeit, leicht strohfarben mit grünlichen Schimmern, bukettreich und wohlriechend, sowie körperreich und ergiebig mit dem typisch angenehmen leicht bitteren Nachgeschmack.